Die lateinamerikanischen Standardtänze

Lateinamerikanische Standardtänze

Tanzen und Musik gehören schon seit Jahrtausenden zur Menschheit und sind wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens. Wir möchten uns auf dieser Seite diesen beiden Bereichen widmen.

Wer in eine Tanzschule geht und mit einem Grundkurs beginnt, der wird zu Beginn üblicherweise die Grundschritte der lateinamerikanischen Standardtänze erlernen. Zu den lateinamerikanischen Tänzen gehören folgende fünf Gesellschaftstänze und Turniertänze: Jive, Samba, Rumba, Cha-Cha-Cha, und Paso Doble. Die lateinamerikanischen Tänze bilden einen Großteil der Tänze des Welttanzprogramms. Im Folgenden wird jeder Tanz im einzelnen beschrieben.

Jive
Der Jive hat mehrere verwandte Vorläufer afroamerikanischen mit Ursprung. Dazu gehören Lindy Hop, Blues, Swing,( zu Beginn der 1930ern). der Boogie-Woogie in den 40ern und vom Rock ’n’ Roll in den 50ern. Amerikanische Soldaten brachten Tänze um 1940 von den USA nach Europa. Nach dem Krieg wurde der Boogie als „ordinärer“ Tanz bezeichnet, erfreute sich aber großer Beliebtheit. Englische Tanzlehrer entwickelten deshalb den eleganten Jive. Der Jive ist ein Ausdruck robuster Lebensfreude. Charakteristisch für diesen lebendigen Tanz sind offene Figuren, Twist und Kicks.

Samba
Der Samba war ursprünglich ein Sammelbegriff für mehrere Tanzformen. Afrikanischen Sklaven aus dem Kongo, dem westlichen Sudan und Angola, brachten den Tanz um 1900 nach Brasilien. Ursprung der Sambamusik ist das rhythmische Trommeln der Batuques. Der heutige brasilianische Samba, hat seinen Ursprung im Kreistanz samba de roda. Seinen Weg nach Europa hat der Samba 1910 gefunden, erreichte aber erst 1948/49 große Popularität und wurde in den 50ern ins Tanzprogramm der Tanzschulen aufgenommen. Der Samba zeichnet sich aus durch deutliche, schnelle Hüftbewegungen und das Vor-und-Zurück bewegen des Unterkörpers (Bouncen).

Rumba
Der Rumba basiert auf dem Son Clave und dem Bolero- Son aus den 1920er Jahren. Sie bilden die musikalische Grundlage der Rumba. In den 1930er Jahren kam der Rumba als Modetanz nach New York und rhythmisch vereinfacht nach Europa. Rumba charakterisiert sich besonders durch das Spiel zwischen Mann und Frau. Im Tanz wird intensiv umeinander geworben.

Cha- Cha- Cha
Die Geschichte des Tanzes Cha-Cha-Cha basiert auf mündlichen Überlieferungen. Enrique Jorrín, ein kubanischer Komponist und Violinist, erfand demnach zwischen 1948 und 1951 den Rhythmus dieses Tanzes und führte ihn 1951 auf die kubanischen Tanzflächen ein. Beim Publikum kam der Rhythmus so gut an, dass die Tänzer sich zu einem Tanzschritt inspirieren ließen, der aus dem Grundschritt des Mambo zu einen schnellen Wechselschritt übergeht. Jorrín beschrieb das Geräusch dieses Schrittes als ein scharrendes Geräusch, das sich für ihn wie „cha cha chá“ anhörte. Also baute er dieses „Cha- Cha- Cha“ als Gesangeinlage in seine Kompositionen mit ein. Der Cha-Cha-Cha ist ein Flirt zwischen den Tanzpartnern Es wird in geschlossenen und offenen Tanzfiguren miteinander „gespielt“.

Paso Doble
Paso Doble bedeutet übersetzt „Doppelschritt“. Es handelt sich um einen einfachen spanischer/südfranzösischer Paartanz. Er kam nach 1910 auch in andere europäische Länder. Die Musik ist von Elementen aus Fandango, Flamenco geprägt. Wegen seiner Ausdruckskraft, gilt er auch als weißer Blues. Die französischen Figurnamen stammen aus Paris, wo er in den 1920ern choreographiert wurde. Seit 1945 ist der Paso Doble zwar ein Turniertanz und wird auch an Tanzschulen gelehrt, aber in der Öffentlichkeit nicht so häufig vertreten. Es gibt nur wenige Musikgruppen die ihn spielen. Untypisch für einen lateinamerikanischen Tanz, findet ein physischer Kontakt zwischen den Tanzpartnern eher selten statt. Der Tanz wird mit erhobenen Haupt und weit nach hinten gezogenen Schulterblättern getanzt.

Diese Grundrhytmen sind nicht nur als Tänze sehr beliebt, sondern auch in vielen Hits der Popmusik, wie z.B. eine Rumba in  „Quit playing games with my heart“ der Backstreet Boys, finden sie sich wieder. Bei besonderen Anlässen wie z.B. Hochzeiten dürfen sie nicht fehlen und ein professioneller Hochzeits DJ  sollte eine größere Auswahl im Musikprogramm haben.