Die Wertungskriterien der D4F-Contests und ihre Erläuterungen
Liebe Tänzerinnen und Tänzer, liebe Instructoren von Dance 4 Fans!
Um allen Teilnehmern an unseren Contests jederzeit einen fairen und reibungslosen Ablauf garantieren zu können, sind vor allem transparente und klar nachvollziehbare Wertungskriterien sehr wichtig.
Deshalb haben wir auf dieser Seite alle Wertungskriterien ausführlich erläutert, damit Ihr Euch optimal auf eine erfolgreiche Contest-Teilnahme vorbereiten könnt, bzw. dass Ihr die von Wertungsrichtern getroffene Entscheidungen auch jederzeit nachvollziehen könnt!
Bitte denkt daran, dass unsere Wertungsrichter stets eine faire und objektive Bewertung aller Teilnehmer anstreben und sich deshalb exakt an das Reglement halten.
Umso wichtiger sind deshalb die genauen Kenntnisse des Reglements, welches wir Euch mit folgenden Erläuterungen näher bringen wollen:
Hauptkriterien (20 Punkte) :
Originalität:
- Grundlage ist grundsätzlich das Seminarvideo und das Seminarskript.
- Exaktheit der Bewegung und deren Ausführung
- Stilgerechtes Vertanzen der Choreographie, z.B. Bump, bump, bump – B2K im Hip Hop New Style, Footloose im Jazz-/Musical-Style, My prerogative – Rod Michael im Street-Style
- Übergreifend, obwohl im separaten Kriterium bewertet, auch Rhythmik und Musikalität, da ansonsten die Originalchoreographie nicht getroffen wird.
Erläuterungen:
Natürlich gibt es selbst bei den Originalinterpreten und deren Bühnentänzern schon gewisse Unterschiede in der Interpretation der einzelnen Bewegungen und deren Rhythmik. Diese Unterschiede setzen sich selbstverständlich auch in der Arbeit der Chefinstructoren, der Instructoren und der Schüler weiter fort, weswegen sich ein „natürlicher“ Spielraum für Veränderungen ergibt! Dieser Spielraum ist menschlich, darf allerdings einen gewissen Range (Rahmen) nicht überschreiten. Dieser Range ist natürlich schwer exakt zu beschreiben, deswegen ist es sinnvoll, so genau wie möglich am Seminarvideo bzw. Skript zu arbeiten.
Hauptkriterien (jeweils 10 Punkte):
Musikalität:
Hier geht es vor allem um das Tanzen in Takt und Rhythmus, um das Vertanzen von durch die Choreographie vorgegebenen Akzenten, auch um das musikalische Austanzen der Bewegungen. Die Bewertung der Musikalität lässt sich natürlich nicht ganz von der Bewertung der Originalität trennen, denn wer stark vom Original abweicht, hat letztendlich das Thema verfehlt, und wenn er/sie das noch so sauber musikalisch tanzt. Beispiel: Originalrhythmus ist „1 a 2“, es wird aber „1 und 2“ getanzt. Selbst wenn das „1 und 2“ noch so sauber getanzt wird, kann man das nicht punktemäßig belohnen, da der Originalrhythmus nun mal „1 a 2“ ist!!
Tänzerischer/Technischer Stand:
Bewertet werden Haltung (stilgerecht), Austanzen und Volumen der Bewegung, Drehtechniken, binnenkörperliches Tanzen, Balance, Dynamik, Körperspannung und Koordination.
Um bei den Teams eine möglichst hohe Bewertung zu erreichen, ist es sinnvoll, für ein möglichst homogenes Leistungsgefüge innerhalb der Gruppe zu sorgen, d.h. es macht keinen Sinn z.B. ausschließlich die vier besten eines Teams ständig vorne tanzen zu lassen, um optisch dem Zuschauer/Wertungsrichter das Gefühl eines technisch hohen Niveaus zu vermitteln.
Die Wertungsrichter beurteilen hierbei die Gesamtleistung der Gruppe und nicht die Einzelleistung!
Ausdruck/Bühnenpräsenz:
Guter Ausdruck spiegelt sich in einer authentischen Bühnenwirksamkeit wider, niemand möchte überzogene Gesichtsgymnastik sehen, die in keinster Weise einem inneren Gefühl des/der Tänzers/-in entspringt. Stimmung, Fun und Mimik sollten dem Tanz und/oder dem eigenen Gefühl entsprechen.
Zusätzlich zum reinen Gesichtsausdruck spielt der Körperausdruck oft eine mindestens ebenso große Rolle. Unter Bühnenpräsenz verstehen wir den klassischen „Hingucker“, der losgelöst von Ausdruck und Outfit den Zuschauer/Wertungsrichter in den Bann zieht. Das Outfit sollte sich in ein harmonisches Gesamtbild der/des Tänzer/-in einfügen, sollte altersgerecht bzw. typgerecht gewählt sein.
Das Kopieren des Outfits der Originalinterpreten ist, sofern es dem Typ der/des Tänzerin/-s entspricht, sicherlich sinnvoll. Allzu freizügiges Outfit ist einer positiven Bewertung allerdings nicht förderlich!
Synchronität:
Unter Synchronität verstehen wir zum einen die Gleichheit der Gruppe in Bewegungsumfang, Dynamik, Bewegungsgröße und –ausmaß. Ebenso wichtig ist die Genauigkeit der Bewegungen in der gesamten Gruppe sowie die Homogenität innerhalb der Gruppe. Stelle ich bewusst nur die guten Tänzerinnen und Tänzer nach vorne und die schlechteren nach hinten bzw. wie groß ist der tänzerische Leistungsunterschied zwischen der/dem besten und der/dem schlechtesten.
Bei der Bewertung der Synchronität hinsichtlich kleiner und großer Teams ergeben sich weder für die einen noch für die anderen wesentliche Vor- oder Nachteile : kleinere Teams sind sicherlich leichter synchron zu bekommen wie größere Teams, dafür fallen Asynchronitäten eher auf, größere Teams sind schwerer synchron zu bekommen, dafür fallen Asynchronitäten nicht so sehr auf.
Raumgestaltung:
Hierbei werden die Anzahl, die stimmige Entstehung, die Qualität, die Genauigkeit sowie der Schwierigkeitsgrad der Bilder bewertet.
Hinsichtlich kleiner und großer Teams bleibt festzustellen, dass es sicher mit größeren Teams leichter ist, kreative, attraktive und effektvolle Bilder zu stellen. Der Handlungsspielraum bei kleineren Teams ist sicher stark begrenzt.
Anzumerken ist, dass ein Team, das völlig auf Bilderwechsel verzichtet, leichtfertig auf maximal 10 Punkte verzichtet, was dazu führen kann, die nächste Runde nicht zu erreichen oder aber im Finale nicht den erhofften vorderen Platz zu bekommen! Letztendlich lebt ein Team vom Gestalten von „Formen“ (Bildern), die Dynamik eines Teams wird dadurch bestärkt!
Zu beachten ist, dass durch zu viele Bilderwechsel nicht andere Qualitäten des Teams negativ beeinflusst werden. Zum Gestalten der Bilder sind neben dem 100%igen Beibehalten der Original-Choreographie folgende Ausnahmen erlaubt :
- Drehungsumfänge dürfen im Rahmen 0° – 360° beliebig verändert werden.
- Drehrichtungen bleiben immer gleich, es sei denn, ein Schritt hat im Original keinen Drehgrad, dann kann die Drehrichtung beliebig gewählt werden (entweder rechts- oder linksgedreht, beide Richtungen gleichzeitig sind nicht erlaubt!)
- Originalschritte wie Platzschritte, Rückwärts- oder Vorwärtsschritte dürfen:
- Platzschritte
- in jede Richtung und mit frei wählbarem Drehgrad bzw. frei wählbarer Drehrichtung getanzt werden.
- Rückwärtsschritte
- vorwärts getanzt werden.
- Vorwärtsschritte
- rückwärts getanzt werden.
Unter Spiegelbild versteht man: das Vertauschen von im Original rechts-/links gerichteten Bewegungen (sowohl gedrehte wie auch nicht gedrehte!) durch links-/rechtsgerichtete Bewegungen (sog. räumliche Spiegelung). Ebenso liegt ein Spiegelbild vor, wenn Bewegungen mit anatomisch rechts/links gelegenen Körperteilen durch Bewegungen mit links/rechts gelegenen Körperteilen ausgeführt werden (sog. körperliche Spiegelung). Maßgeblich für die Beurteilung einer Spiegelung ist die jeweilige Körperfront der/des Tänzerin/-s, nicht die Regisseurfront („vorderer Bühnenrand“)!
Der Einsatz von nicht erlaubten Spiegelbildern führt, wenn die einfache Mehrheit der Wertungsrichter zum selben Zeitpunkt das Spiegelbild gesehen
hat, zur Disqualifikation des Teams bzw. der/des Solistin/Solisten!
Es können auch Teams bzw. Solos in späteren Runden als der Vorrunde disqualifiziert werden, wenn das Spiegelbild in der Vorrunde nicht mehrheitlich gesehen wurde.
Breaks:
Die Breaks sind bei der letzten Bekanntgabe des Reglements nicht berücksichtigt worden, da Unklarheit darüber bestand, was mit Breaks eigentlich gemeint ist. Da sie aber in der letzten Serie von einigen Instructoren als kreatives Element für die Teams benutzt wurden, haben wir sie, sofern getanzt, auf dem Wertungszettel notiert und im Falle eines Punktegleichstandes zweier oder mehrerer Teams quasi als „Zünglein an der Waage“ zur Entscheidungsfindung hinzugezogen.
Mit einem Break ist das Nicht-Tanzen eines Teils des Teams gemeint, um z.B. das Bilden von Sequenzen zu erlauben. Ein Break darf jedoch nicht länger als 2 Takte (1-8) dauern. Mit der Anzahl der Breaks sollte man nicht übertreiben, da dadurch leicht das harmonische Gesamtbild eines Teams gestört werden kann bzw. der Verdacht entstehen könnte, man lasse die schweren Teile einer Choreographie nur von den guten Tänzern, die leichten Teile dagegen auch von den schwächeren Tänzern tanzen!
Gesamteindruck:
Mit dem Gesamteindruck wird den Wertungsrichtern die Möglichkeit gegeben, losgelöst von den anderen Wertungskriterien, eine weitere Unterscheidung und somit exaktere Platzierung der Teilnehmer zu erleichtern.
- Platzschritte